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24/08: Interview mit Thomas Kragh (erster Riichi Europameister)

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Interview mit Thomas Kragh, Europameister im Riichi Mahjong 2008 aus Dänemark.



Riichi Mahjong: Wie lange spielst du schon Riichi?

Thomas Kragh: Seit Frühling 2001.


RM: Wie kam es dazu das du angefangen hast zu Spielen?

TK: Ein paar meiner Freunde haben es gespielt.


RM: Wie oft spielst du Riichi?

TK: Das variiert immer, aber auf der dänischen Rangliste stehen 338 Spiele, also würde ich sagen das es insgesamt 500 Spiele sein dürften, was im Schnitt ungefähr einmal die Woche wäre, seit 2001.







RM: Spielst du nur Riichi oder auch andere Mahjongvarianten?

TK: Ich spiele noch MCR (Mahjong Competion Rules) und bevor ich mit Riichi angefangen habe, spielten wir etwas das sich Masters Million Mahjong nennt.


RM: Wie waren deine Erwartungen vor der Europameisterschaft?

TK: Falls ich nicht zu viel Pech haben sollte, hoffte ich in die Top 20 zu kommen.


RM: Hattest du eine Strategie für das Turnier?

TK: Nichts anderes wie sonst auch immer.


RM: Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben? Eher offensiv oder defensiv, bzw. eine Mischung aus beidem oder spielst du einfach und schaust was passiert?

TK: Im Vergleich zu den Japaner eher ein bisschen offensiver und im Vergleich zum durchschnittlichen Europäer sehr defensiv.


RM: Was war deine höchste Punktzahl in einer Hand?

TK: Ich hatte ein paar Hanemans (8.000 Punkte als nicht Dealer und 12.000 als Dealer), davon einige als Osten, aber ansonsten nichts höheres.


RM: Wie hast du es geschafft so viele Punkte zu bekommen, besonders am ersten Tag (es waren glaube ich 160.000)?

TK: Nun, meistens hatte ich Glück. Wie auch immer, einige der Spieler haben drauf geachtet wohin man die Steine steckt, bzw. von wo man sie aus der Hand nimmt. Deshalb hatte ich einen Vorteil da ich meine Hand immer unsortiert spiele. Meiner Meinung nach muss man gegen offensive Spieler selbst offensiver spielen, was die Japaner nicht gemacht haben, das war ein weiterer Vorteil.


RM: Wie waren deine Ergebnisse an den einzelnen Tischen, warst du immer erster?

TK: Nicht immer, am ersten Tag waren es glaube ich 3 erste und ein dritter Platz. Der letzte Tag lief dann nicht mehr so gut, aber da kann ich mich nicht mehr an die Ergebnisse erinnern.


RM: Hast du deinen Spielstil am letzten Tag geändert, weil du einen so großen Vorsprung hattest?

TK: Am Ende, als ich den Atem der Verfolger im Nacken fühlen konnte, habe ich sehr defensiv gespielt. Aber das Glück hat mich mit 26.000 Punkten Vorsprung gewinnen lassen, wenn ich mich recht erinnere.


RM: Gab es jemanden der dich besonders beeindruckt hat?

TK: Die Japaner waren wie immer stark, aber es gab auch einige andere.


RM: Warst du alles in allem zufrieden mit deinem Spiel? Ich meine du hast natürlich gewonnen, aber hast du auch Fehler gemacht oder irgendwelche falschen Entscheidungen getroffen (so wie ich zweimal hinter einander Furiten war an unserem gemeinsamen Tisch?)

TK: Ich kann mich erinnern ein paar kleine taktische Fehler nach meinen Abwürfen gemacht zu haben, aber nichts gravierendes.


RM: Wie fühlt man sich nun als Europameister?

TK: Sehr gut natürlich, aber ich wäre gerne gewarnt worden das ich bei der Siegerehrung eine „Rede“ halten muss, denn in solchen Sache bin ich nicht gut, insbesondere vor viel Publikum und dann auch noch unvorbereitet.


RM: Hast du damit gerechnet Europameister zu werden?

TK: I wusste das es eine kleine Chance gab, da Mahjong einen nicht unerheblichen Glücksfaktor enthält, aber ich hatte gedacht das diese einfach verschwindend gering sei.


RM: Wie hat dir das gesamte Turnier gefallen, also die Leute, ihr Spielstil und die Organisation?

TK: Ich habe das Turnier genossen, was zum Großteil an der Atmosphere lag, welche die ganzen Leute mit dem gleichen Interesse geschaffen haben. Mit Verständnis für die verschiedenen Spielstile, war das meistens leider nicht 100% Riichi. Es haben einfach zu viele Spieler offensiv und vor allem offen gespielt. Das hat aber alles in allem nichts an der guten Erfahrung geändert. Die Organisatoren haben einen unglaublichen Job gemacht.


RM: Kann man dich irgendwo online treffen, wie bei Reachmahjong oder Yakitoronline (welche leider down gegangen ist)? Oder spielst du sogar online bei Ron2 oder Mahjongtime?

TK: Ich habe erst ein paar Hände bei Ron2 und Mahjongtime gespielt. Ich ziehe allerdings bald nach Norwegen und werde deshalb wohl in Zukunft mehr online spielen.


RM: Zu guter letzt, wie siehst du die Zukunft von Riichi Mahjong hier in Europa und dem Rest der Welt?

TK: Ich denke das Dank der großen Initiative der EMA (European Mahjong Association) und der Organisatoren dieser Meisterschaft (Martin Rep and Sjef Strik) Riichi eine strahlende Zukunft haben wird. Und was den Rest der Welt angeht, keine Ahnung.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Glück!

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